Fürstlicher Hofgarten
Der Fürstliche Hofgarten war eine Parkanlage im heutigen Sulzbach-Rosenberg. An den Hofgarten erinnert heute noch die Hofgartenstraße.
Geschichte

Die Ursprünge des Fürstlichen Hofgartens liegen im Dunkeln. In der Stockmeyer-Chronik ist vermerkt, dass 1629 der Sohn des Kammerschreibers Hering im Hofgarten beerdigt wurde. Die Jesuiten ließen damals nicht zu, dass der evangelische Kammerschreiber Hering seinen verstorbenen Sohn im Sulzbacher Friedhof beerdigt. Deshalb wandte er sich hilfesuchend an den Landesherren Fürst August. Dieser gestattete ihm schließlich die Beisetzung im Hofgarten. Ob Fürst August oder bereits Ottheinrich II. den Hofgarten gründete, konnte bisher nicht zweifelsfrei erforscht werden.[1][Anm. 1]
Auf einem wenig bekannten Holzschnitt aus der Regierungszeit von Christian August aus dem Jahre 1659 ist der Fürstliche Hofgarten abgebildet. Christian Augusts Sohn Herzog Theodor Eustach ließ den Garten im Geschmack seiner Zeit verschönern. Wie er damals ausgesehen hat, zeigt eine Zeichnung aus dem „Kalender für kath. Christen“ aus dem Jahr 1843.[1][2]

1806 wurde der Hofgarten „als Ackerland“ an den meistbietenden Andreas Ehrensperger für 6.310 Gulden verkauft.[2][3]
Beschreibung
Der Sulzbacher Chronist Dr. Georg Christoph Gack, der den Hofgarten noch kannte, schilderte ihn wie folgt: „An Kunst- und Lustbarkeiten seiner Zeit und ihres Geschmackes suchte er seinesgleichen. Selten Pflanzen des Südens blühten hier in anmutig gezeichneten Beeten. Bildsäulen von Göttern und Halbgöttern aus Marmor schimmerten im Schatten der Ulmen und Linden, die sich in dichten Laubengängen bis an den Rosenbach hinab erstreckten. Aus vielen Rohren fuhren strahlend die Wasserströme der Springbrunnen empor. Und weitläufige Irrgänge überraschten den Lustwandler. Zwei auf hohen Fußgestellen ruhende pfälzischen Löwen aus Stein scheinen gleichsam das Ganze zu bewachen.“[4]
Löwen
Im Garten gab es vier Löwen. Die beiden liegenden Löwen am Springbrunnen wurden zerstört. Am 20. Mai 1824 wandte sich die Stadt Amberg an das Rentamt Sulzbach, um „zur Verschönerung des Max Joseph Platzes dahier, auf welchem ... ein Monument errichtet werden wird, ... die zwei steinernen Löwen, die sich noch in dem ehemaligen Hofgarten in Sulzbach ohn alle Bestimmung befinden und welche sich das königliche Aerar bei Veräußerung dieser Realität vorbehalten haben soll, käuflich an sich bringen.“ Die Stadt nahm zu Recht an, dass die beiden Löwen nicht an Ehrensperger verkauft worden und deshalb noch Bestandteil des Staatsvermögens waren. Am 29. Juni 1824 konnte das Rentamt Sulzbach dem Amberger Stadtmagistrat mitteilen, dass die königliche Regierung des Regenkreises (Kammer der Finanzen) dem Ansuchen der Amberger positiv gegenüberstanden. Die fraglichen Löwen sollten - wie bereits 1821 angeboten - zum Preis von 20 Gulden abgegeben werden. Der Ankauf sollte jedoch aus fiskalpolitischen Überlegungen heraus noch im Rechnungsjahr 1823/24 erfolgen. Um eine Beschädigung der beiden Steinskulpturen zu vermeiden, wurde vorgeschlagen, diese im Winter mit Schlitten von Sulzbach nach Amberg zu transportieren. Mit Schreiben vom 10. Juli 1824 nahm dann der Stadtmagistrat zum Angebot Stellung, bedankte sich für dieses und erbat sich über die 20 Gulden eine Quittung. Bis heute hält sich das Gerücht, die beiden wappenhaltenden Löwen wären den Sulzbachern von den Ambergern gestohlen worden. Dieses Gerücht ist also falsch. So stehen die beiden Löwen heute rechtmäßig am Maxplatz.[2][3]
Literatur
- Sulzbacher Löwen im Amberger Exil: Die Geschichte des Sulzbacher Hofgartens. In: Stefan Helml: Geschichtliche Schmanklern aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Oktober 1987, S. 209-216
Anmerkungen
- ↑ In seinem Buch Amberger Geschicht'n aus dem Jahr 1984 schreibt Stefan Helml noch, dass dass man annehmen darf, dass der Fürstliche Hofgarten von Christian August angelegt worden wäre. Nach der Veröffentlichung dieses Buches scheint ihm die Geschichte aus der Stockmeyer-Chronik zu dem Sohn des Kammerschreibers Hering zugetragen worden sein. In seinem Buch Geschichtliche Schmanklern aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach aus dem Jahr 1987 widerruft Helml diese Aussage.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Sulzbacher Löwen im Amberger Exil: Die Geschichte des Sulzbacher Hofgartens. In: Stefan Helml: Geschichtliche Schmanklern aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Oktober 1987, S. 209-216
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Die Löwen vom Amberger Maxplatz. In: Amberger Geschicht'n. Hrsg.: Stefan Helml, April 1984, S. 130-133
- ↑ 3,0 3,1 Johannes Laschinger: „Sag, kennst du die Stadt“. Geschichten aus Amberg. Amberg 1997, ISBN 3-924350-62-0, S. 190-191
- ↑ Georg Christoph Gack: Geschichte des Herzogthums Sulzbach nach seinen Staats- und Religions-Verhältnissen, als wesentlicher Beitrag zur bayerischen Geschichte. Leipzig 1847, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10373465-1, S. 338-339 (online verfügbar auf Google Books)