Eiserner Steg
| Eiserner Steg | |
|---|---|
| Länge: | 114.58 m |
| BLfD-ID: | D-3-62-000-1747 |
Der Eiserne Steg ist eine einfache Stahltrog-Fußgängerbrücke über den Südarm der Donau in Regensburg. Der Steg verbindet bei Stromkilometer 2380,07 die Altstadt von Regensburg mit dem Oberen Wöhrd und kann auch mit dem Fahrrad genutzt werden.
Der heutige Eiserne Steg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut und 1948 in Betrieb genommen. Er ist der Nachfolger des ursprünglichen Eisernen Stegs, der zwischen 1900 und 1902 als Stahlbogenbrücke erbaut worden war und 1945 am Ende des 2. Weltkrieges bei Annäherung amerikanischer Truppen wie alle Brücken in Regensburg gesprengt wurde.
Geschichte
Der ursprüngliche Eiserne Steg 1902–1945

Der ursprüngliche Eiserne Steg war eine 4,5 m breite, an der höchsten Stelle 12,5 m hohe, pfeilerlose Stahlbogenbrücke, deren Bau bereits 1890 von Bürgermeister Oskar von Stobäus angeregt worden war. Die staatliche Genehmigung erfolgte erst im Juli 1899 und war an die Auflage gebunden, zwischen der Unterkante Brücke und dem Nullpegel des Donau-Wasserspiegels einen Abstand von 8,85 m einzuhalten, wegen der damaligen Pläne zum Ausbau der Donau als Wasserstraße. Die pfeilerlose Brücke mit kühnem Bogen wurde von vielen Zeitgenossen als Zierde der Stadt empfunden. Dagegen zeigte sich, dass bei Großveranstaltungen in der 1930 errichteten Jahnturnhalle der Steg sogar an seine Belastungsgrenze kam.[4]
Ersatzbau ab 1948

Nach dem Krieg war es das Interesse der amerikanischen Besatzungstruppen, die Regensburg am 27. April besetzt hatten, die zerstörten Flussübergänge im Bereich der Altstadt von Regensburg möglichst schnell wieder benutzbar zu machen. Das Hauptaugenmerk der amerikanischen Besatzungstruppen war nicht die Wiederherstellung des Eisernen Stegs, sondern lag auf der Steinernen Brücke, über die man dann auf Umwegen auch den Unteren und den Oberen Wöhrd erreichen konnte. Die Trümmer des Eisernen Stegs lagen derweil in drei Teilen noch in der Donau. In der Zwischenzeit wurde die abgetragene Brücke durch einen Fährbetrieb mit zwei Fähren ersetzt.[9] MAN, die bereits den ursprünglichen Eisernen Steg gebaut hatte, sollte auch den Auftrag für den Neubau bekommen, konnte aber ihre Spezialmaschinen und das benötigte Personal, das durch Arbeiten im Ötztal gebunden war, nicht herbeischaffen. Nachdem es dem Tiefbauamt der Stadt jedoch gelungen war, beim MAN Werk Gustavsburg eine ehemalige Kriegsbrücke der Wehrmacht, eine so genannte LZ-Brücke (leicht, zerlegbar) der Länge von 225 Metern zu erwerben, wurde beschlossen, diese Brücke als Provisorium auf die vorhandenen Brückenlager aufzusetzen.[3] Da die maximale Spannweite dieses Brückentyps 45 Meter betrug,[10] wurden zur Unterstützung zwei Strompfeiler errichtet. Oberstromseitig wurden die Pfeiler von je einem Eisbrecher geschützt. Im Oktober 1947 wurde mit den Arbeiten zur Errichtung des neuen Eisernen Stegs begonnen. Im Mai 1948 konnte der neue Steg in Betrieb genommen werden.[3]
Der neue Eiserne Steg wird Denkmal

Noch 1947, vor der Fertigstellung des neuen Stegs, hatten die Bürger, die seit dem Ende des Krieges auf Fährverkehr angewiesen waren, den Bau einer „richtigen Brücke“ gefordert. Das hatte den damaligen Oberbürgermeister Alfons Heiß veranlasst, unabhängig vom Bau des Eisernen Stegs im Stadtbauamt eine Brückenplanung in die Wege zu leiten. Mit zunehmendem Abstand zum Kriegsende musste diese Frage in den zuständigen Gremien der Stadt entschieden werden, zumal bei der Planung einer Brücke auch der geplante Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals berücksichtigt werden musste. Zwei weiter westlich entfernte Standorte wurden abgelehnt.
Als sich 50 Jahre später abzeichnete, dass die Steinerne Brücke grundlegend saniert werden musste und nach der Sanierung auch vollständig verkehrsfrei bleiben sollte, begannen erneut Diskussionen über den Bau einer Straßenbrücke westlich des Eisernen Stegs. Gegen diese Brückenpläne wurden schwerwiegende denkmalfachliche Vorbehalte geäußert, weil die Verwirklichung der Pläne für Regensburg zum Verlust des 2006 verliehenen Titels UNESCO-Welterbe hätten führen können. Auf diesem Hintergrund entwickelte sich in der Stadt, unterstützt von Bürgervereinen, eine Diskussion, in der der Bau einer Straßenbrücke westlich des Eisernen Stegs abgelehnt wurde, zumal sich auch herausstellte, dass nach dem Bau der neuen Brücke der Eiserne Steg beseitigt werden sollte.
Daraufhin stellten im März 2005 die Bürgervereine den Antrag, den Eisernen Steg in die Denkmalliste aufzunehmen.
Das Landesamt für Denkmalpflege benötigte für die Entscheidung sechs Jahre und begründete dies mit zu erledigenden Untersuchungen und schwierigen Sachverhalten, die Abstimmungen mit Geschichts- und Kulturwissenschaftlern nötig machten. Für den Eisernen Steg führten die Prüfungen dazu, dass Seltenheitswert, Alterswert, und vergleichbare Fälle dafür sprachen, dem Eisernen Steg in Regensburg den Status eines Denkmals zuzusprechen. Deshalb wurde der Eisernen Steg im November 2011 in die bayerische Denkmalliste aufgenommen mit der Beschreibung:
„Fußgängersteg über die Donau, sog. Eiserner Steg, Brücke auf zwei Strompfeilern als Übergang, ehem. LZ-Brücke der Deutschen Wehrmacht zweitverwendet, geschraubte Fachwerkkonstruktion aus Stahl, 1947. Zwei Brückenköpfe mit je zwei Aufgängen und Resten von Rampen, Kalkstein 1901“
In der Bayerischen Denkmalliste wird der Eiserne Steg unter der Denkmalnummer D-3-62-000-1747 geführt.[14]
Situation heute
Der Eiserne Steg, beim Bau 1947/48 als Provisorium eingeschätzt, existiert noch heute und wird viel genutzt, nachdem die Holzplanken durch Metallplanken mit einer rutschhemmenden Beschichtung ersetzt wurden. Nach wie vor gibt es aber bei den ca. 2 m hohen Brückenköpfen am Eisernen Steg keine Aufzugsanlage. Nach 2010 entwickelte sich der Eiserne Steg zu einem beliebten Ort zur Befestigung von Liebesschlössern.
Trotz aller Kritik haben (nicht repräsentative) Umfragen an Tagen des offenen Denkmals ergeben, dass eine große Mehrheit der Befragten den Eisernen Steg als schützenswertes Denkmal einstuft