Amberger Weißbräugesellschaft

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Die Amberger Weißbräugesellschaft war eine Gesellschaft, die das „Weiße Brauhaus Amberg“ betrieb.

Geschichte

Bei der Gründung legten 75 Einleger je 25 Gulden ein.[1]

Die Produktion von „weißem Bier“ war ein Monopol des Landesherrn, deshalb bedurfte das Brauen von Weißbier einer landesherrlichen Konzession, die Kurfürst Friedrich V. der Amberger Weißbräugesellschaft mit der Ratifizierung der „Weißen Bier- und Bräuordnung“ am 26. Oktober 1617 verlieh.[2] Bereits im Mai 1617 erwar die Weißbräugesellschaft ein Grundstück in der Oberen Nabburger Straße, die damals noch als Obere Nabburger Gasse bezeichnet wurde, um darauf ein Brauhaus zu errichten.[1]

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts war die Wirtschaft nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Eine Ausnahme bildete das Brauwesen. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts hatte sich das Weiße Brauhaus zur größten Braustätte in Amberg entwickelt. Jede Woche wurden mehrere Fässer nach Nürnberg und an den Herzog von Württemberg geschickt. Im Rechnungsjahr 1648/49 konnte eine Dividende von 113 % an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Mehr als die Hälfte der Amberger Hausbesitzer war zu dieser Zeit an der Gesellschaft beteiligt.[1][3]

Die Blütezeit der Weißbräugesellschaft endetet im letzten Drittel des 18. Jahrhundert. Die Geschmäcker veränderten sich und es wurde zunehmend untergäriges Braunbier getrunken. Durch die Schaffung von Bierkellern konnte das Braunbier in der Zwischenzeit auch länger gelagert werden.[1]

Nach dem Ende des Kommunbraurechts 1807 wurde das Sudhaus noch genossenschaftlich von mehreren Brauereien und Wirten genutzt. 1913 kaufte Josef Winkler Geschäftsanteile am Kommunbrauhaus.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Amberger Bierführer. Hrsg.: Stadt Amberg, Amt für Tourismusförderung, Amberg, S. 4-5 (online verfügbar auf https://tourismus.amberg.de/wp-content/uploads/2022/01/Stadt-Amberg_Bierfuehrer_web.pdf)
  2. Stadtarchiv Amberg Urkunden 2265
  3. Johannes Laschinger: Amberg. Die kurfürstliche Haupt- und Regierungsstadt der oberen Pfalz. Hrsg.: Konrad Ackermann, Manfred Pix, Stuttgart 2000, ISBN 3-09-303880-4, S. 32