Amberger Tabakdosenfabrik
Im 18. Jahrhundert gründete in Schmidmühlen der dortige Bürger Johann Georg Felsner eine Tabakdosenfabrik nach Sandauer Art. Als Arbeitsstätte errichtete er 1775 das Zieglerschloss. Felsner war lange Jahre im Ausland, besonders in Frankreich, tätig und hatte eine Frabrikationsweise als Geheimnis von dort mitgebracht. Er betrieb seine Dosenfabrik sehr intensiv und machte seinem ehemaligen französischen Arbeitgeber bald spürbare Konkurrenz. Eines Tages erhielt Felsner aus Frankreich ein Paket. Nichts Gutes ahnend, öffnete er dasselbe zu seinem Glück sehr vorsichtig. Das Paket enthielt eine scharf geladene, gespannte Pistole, die aber zu Felsners Glück das Ziel verfehlte. 1794 verkaufe Felsner sein sorgfältig gehütetes Geheimnis an den Lederfabrikanten Joseph Fleischmann aus Amberg, der die Fabrik nach Amberg in das Haus Paradeplatz 15 verlegte und die Herstellung dieser Dosen in großem Maßstab betrieb. In den verschiedenen Formen und Größen wurden dieselben aus Papier angefertigt, mit zierlichen Bildern bemalt und mit feinem französischem Lack überzogen. Fleischmann beschäftigte hierfür zehn Personen, die jährlichen 24.000 Stück herstellten. Die Dosen wurden durch ganz Deutschland verhausiert, gefielen überall und wurde gerne als Geschenk verwendet. In München, Augsburg, Nürnberg, Bayreuth und Frankfurt gab es Verkaufsstellen. 20 Jahre florierte die Amberger Fabrik. Dann starb der Maler Schmid, der es verstanden hatte, durch reizende, gefällige Malereien die Dosen so begehrenswert zu machen. Ein gleichwertiger Könner war nicht zu finden, die Nachfrage nach den Dosen wurde deshalb immer geringer, so musste der Betrieb allmählich stillgelegt werden.[1][2][3]
Einzelnachweise
- ↑ Von einer Amberger Tabakdosenfabrik. In: Amberger Geschicht'n. Hrsg.: Stefan Helml, April 1984, S. 93-94
- ↑ Hans Hummel: Amberg. Ein Stadtspaziergang. 2. veränderte Auflage. Buch & Kunstverlag Oberpfalz, Amberg 2003, ISBN 978-3-935719-13-1, S. 27
- ↑ Anna Schiener: DIE STÄDTISCHE SPARKASSE AMBERG IM 19. JAHRHUNDERT. 2005, urn:nbn:de:bvb:29-opus-2745, S. 17 (online verfügbar auf https://www.yumpu.com/de/document/read/6937721/die-stadtische-sparkasse-amberg-im-19-jahrhundert-opus-)