Altstraßen im Bereich der TK 25 6844 Lam

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Der Lamer Winkel

Die Region „Lamer Winkel“ liegt im nördlichen Bayerischen Wald zwischen Hohenbogen, Osser, Arber und Kaitersberg und gehört heute zum Landkreis Cham. In einer Tallage am Weißen Regen wird der „Winkel“ um den namengebenden Hauptort, den Markt Lam, durch die Gemeinden Lohberg und Arrach ergänzt. Umrahmt wird die Talsenke hufeisenförmig von den dicht bewaldeten Höhen des Hohenbogen und des Künischen Gebirges im Norden und des Arbermassivs und Kaitersbergs im Süden. Der südliche Teil der TK 6844 gehört mit den Gemeinden Arnbruck und Drachselsried zum Landkreis Regen und damit zu Niederbayern. Außerdem liegt hier mit dem Großen Arber die höchste Erhöhung des Bayerischen Waldes.

Rodungstätigkeit des Klosters Rott am Inn

Der Winkel, wie er ab dem späten Mittelalter genannt wurde, wurde erheblich später besiedelt als die Gegend um Cham, Furth und Kötzting. Erst ab 1279 begann hier die Rodungstätigkeit des Klosters Rott am Inn. Kuno von Rott-Vohburg hatte im Jahre um 1060 das Kloster Rott gegründet, das Gebiet des „Winkel“ gehörte zur Gründungsausstattung. Im Jahre 1322 wird Lam, zuvor noch zur Pfarrei Kötzting gehörig, eine eigene Pfarrei. [1]

Der Diepoldinger Rapoto IV., dessen Vater im Jahre 1072 noch als Graf von Cham gezeichnet wird, heiratete die Witwe des Pfalzgrafen Kuno von Rott und erbte mit ihr auch das Pfalzgrafenamt. Noch im gleichen Jahr überließ die Familie Rott-Vohburg dem Kloster am Inn einen Teil ihres Besitzes und bestätigte auch die Übergabe des Winkels. Die ursprüngliche Pfarrei Kötzting mit Einschluss der abgesplitterten Tochterkirche Lam entspricht nach Piendl dem Umfang der Rotter Grundherrschaft. Erst im 19. Jahrhundert werden außerdem noch Haibühl und Lohberg als eigene Pfarreien abgetrennt. Zum Umfang der Pfarrei Kötzting gehörten schließlich nur noch Hohenwart, Grafenwiesen und Steinbühl. Im Jahre 1352 wird in einer wittelsbachischen Urkunde erstmals neben dem Amt Eschlkam der „Winkel“ erwähnt. Das „Gericht im Winkel“ scheint um 1429 mit dem Amt Kötzting vereinigt worden zu sein.[2]

Die Herrschaft im Winkel

Im Jahre 1465 verlieh Herzog Sigismund die „Herrschaft im Winkel“ an Hans von Degenberg. Im Jahre 1574 erscheint das „Gericht im Winkel“ als aufgelöst. Von 1640 – 1654 war die Pflege Eschlkam Furth angegliedert, anschließend war sie in Personalunion mit der Pflege Neukirchen verbunden. Im Jahre 1774 wurde sie schließlich ganz aufgehoben.

Noch an der Schwelle zum 18. Jahrhundert ist der Bereich des ehemaligen Landgerichts in die drei Pflegämter Furth, Eschlkam und Neukirchen aufgegliedert. Der allergrößte Teil der Güter im Winkel wird darnach als „Inneres Amt zum Pfleggericht Kötzting“ bezeichnet und damit unmittelbar dem Landgericht unterstellt. Noch im 18. Jahrhundert lässt sich aus den Unterlagen des Kastenamtes Kötzting die Grundherrschaft des Klosters Rott a. Inn im „Winkel“ nachvollziehen.[3]

Die Obmannschaft Lam

Nach der Gerichtskonskription von 1752 und dem Hofanlagebuch von 1760 gehören zur „Obmannschaft Lam“ folgende Orte: Lam, Ginglmühle, Himmelreich, Irlmühle, Riedermühle, Hinter- und Vorderschmelze, Gaberlsäg, Hinterwaldeck, Vorderwaldeck. Zur Obmannschaft Thürnstein gehören auch Silbersbach, Christlhof, Eggersberg, Zackermühle, Lohberg und Schneiderberg. Zur Obmannschaft Sommerau gehörte Oberhaiderberg, Unterhaiderberg, Regenbacherspreng (Eben) und Scheiben. Zur Obmannschaft Schwarzenbach gehören noch Schwarzau und Arbesriegel (oder Mooshütte)[4]

Verkehr und Altwege im Lamer Winkel

Heute führen in den Lamer Winkel die Staatsstraßen St2138 und die St2154. Das digitale Geländemodell weist in verschiedenen Bereichen der TK 6844 besonders im Winkel ein dichtes Netz an Wegebündeln auf. Die Trassen verlaufen alle, wie es scheint, von Südwesten nach Nordosten: östlich Arrach, nordöstlich Arnbruck, südlich und nördlich Sommerau und um Lohberg. Welchen Zweck diese Hohlwegtrassen im Einzelnen hatten, das muss der Augenschein ermitteln.

Weblinks

Einzelnachweise