Altstraßen im Bereich der TK 25 6744 Rittsteig

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Der Ortsname verweist bereits auf seine Straßenlage

Die frühere Gemeinde Rittsteig (1818 – 1978), an der Grenze zu Tschechien gelegen, ist heute ein Ortsteil des Marktes Neukirchen b. Hl. Blut und gehört damit zum Landkreis Cham.

Im Jahre 1383 als „Ritzsteig“ erstmals urkundlich erwähnt, weist bereits der Ortsname auf seine Lage an einer alten Verkehrsverbindung hin. Allerdings handelt es sich dabei offenbar um keinen bedeutenden Weg von überregionaler Bedeutung, sondern eher um eine mit Pferden begangene Trasse als Botenweg oder als Säumerpfad von lokaler Wichtigkeit in Richtung Klattau. Nach Überwindung der Lagen des Bayerwaldes verlief der Weg ab Rittsteig („Auf dem Hang“ über 775 m) in Richtung Böhmen (Neuern 471 m) ohne größere Höhenunterschiede. Am südlichsten Punkt der TK 6744 liegt mit dem Gipfel des Osser (1233 m) östlich Lam neben dem Arber einer der höchsten Gipfel des Bayerwaldes.

Im Landgericht Kötzting

Ursprünglich gehörte Rittsteig zum Landgericht Eschlkam, wie eine (ungenaue) Grenzbeschreibung aus der Zeit um 1350 bis 1400 formuliert: „… das Landgericht hebt sich an in dem Rittsteig und gehet herüber für den Hohenpogen bis in der furt (Senke) gelegen bei Arnschwang und gehet gegen Furt in die Stadt und Eschlkam und Neuenkirchen gehöret dazu und das Gemerk (=Grenze) gehet ein in den Wald biß in die Pasteritz“. Im Jahre 1580 wir für Rittsteig als Vorgängerstruktur für die Gemeindebildung von 1818 Jahrhundert ein „Obmannschaft“ genannt.

Nach der Integration des Amtes Eschlkam in das Landgericht Kötzting gehörte Rittsteig zum „Grenzpflegamt“ Neukirchen. Eine Besonderheit für Rittsteig bildet die Tatsache, dass das Recht der Ansiedlung der Höfe nicht auf Erbrecht beruhte, wie in Bayern sonst üblich, sondern auf dem in Altbayern seltenen „Zimmerrecht“. Dabei stellt der Grundherr die Grundoberfläche gegen einen jährlichen Grundzins zu Bauzwecken zur Verfügung. Im Bereich der Gemeinde Rittsteig sind zudem mit der Buchermühle und der Anglmühl im 18. Jahrhundert zwei Mühlen genannt.

Gebietsveränderungen im 19. Jahrhundert

Kleinere Gebietsveränderungen für die neue Gemeinde Rittsteig ergaben sich, als man nach der Aufstellung der Gemeinde Rittsteig im Jahr 1821 den Weiler Zwiesleck zur Gemeinde Lam legte (1852 wieder rückgängig gemacht, inzwischen abgegangen) und im Jahre 1828 Schicherhof von Lam trennte und zu Rittsteig eingemeindete.[1]

Altwege um Rittsteig

Die Karte „Rittsteig“ weist gerade in ihrem südlichen Teil eine Reihe von Hohlwegspuren auf, die sich vor allem südlich Neurittsteig zu einem regelrechten „Hohlwegbündel“ in Richtung Osten verdichten. Aus Richtung Arrach und Lam gibt es ebenfalls Hohlwegbündel, die jeweils von Südwesten nach Nordosten in Richtung Landesgrenze weisen. Auch östlich von Neukirchen b. Hl. Blut weisen Spuren des digitalen Geländemodells in die gleiche Richtung, aber auch in östlicher Richtung zur Landesgrenze.

Mit der Grenzöffnung von 1990 wurde auch der Straßenübergang zwischen Rittsteig und dem böhmischen St. Katharina erneut eröffnet und dem überörtlichen Verkehr zugänglich gemacht. Damit konnte die uralte Verbindung zum benachbarten zum Chodenland wieder aufgenommen werden. Der „Eiserne Vorhang“ hatte die Verbindungen zur tschechischen Nachbarschaft nur kurzzeitig unterbrochen. Der Schmuggel von Vieh, Zucker, Salz und Tabak über die Grenze war für die „Pascher“ und „Schwirzer“ zeitweise ein gutes Geschäft.

Weblinks

Einzelnachweise