Altstraßen im Bereich der TK 25 6136 Kirchenlaibach
Geographie, Verkehrslage und Geschichte
Das Pfarrdorf Kirchenlaibach ist eine Gemeindeteil von Speichersdorf. Im Landkreis Bayreuth. Kirchenlaibach bildet heute zusammen mit Speichersdorf eine geschlossene Siedlung. Der Ort wird nördlich von der Bundesstraße B 22 tangiert. Die B 22 führt von Weiden über Kemnath nach Bayreuth. Die Staatsstraße 2184 führt zur Anschlussstelle an der B 22. In Speichersdorf findet sich der Bahnhof Kirchenlaibach, das mit dem Bahnbau der Strecke Eger – Nürnberg zum Kreuzungsbahnhof mit einer weiteren Hauptstrecke, nämlich der Verbindung Weiden – Bayreuth wurde. Der Ort wird im Jahre 1223 erstmals urkundlich erwähnt, als Berengar von Guntzendorf dem Prämonstratenserkloster Speinshart in „Lubin“ ein Gut schenkte. Eine Urkunde von 1538 zählt in Kirchenlaibach 29 Untertanen des Speinsharter Klosters auf. Um 1450 gründete das Kloster Speinshart hier eine eigene Pfarrei, was zur Unterscheidung von Windischlaibach und Kirchenlaibach führte.
Altwege um Kirchenlaibach nach Manske und Kröll
Nach Dietrich J. Manske vereinigen sich in Kirchenlaibach zwei aus Westen kommende Altwegetrassen: Die eine kam aus Richtung Bayreuth und führte über Seybothenreuth, Wallenbrunn und Brüderes nach Kirchenlaibach.[1] Die andere kam nach Joachim Kröll aus der einstigen Kaiserpfalz Forchheim und führte über Creussen, Tiefenthal, Birk, Windischlaibach ebenfalls nach Kirchenlaibach.[2] Beide Trassen führen gemeinsam am Lettenhof vorbei über Wirbenz nach Kemnath. Die Fortsetzung nach Osten erfolgt von Kemnath aus über Waldeck und Guttenberg nach Erbendorf und vermutlich über Falkenberg weiter zur böhmischen Grenze.[3]
Weitere Altwegetrassen im Norden und Süden von Kirchenlaibach/Speichersdorf
Das Gemeindegebiet wird nach Manske/Kröll von zwei weiteren Altwegetrassen berührt: Im Süden verläuft ebenfalls eine aus Forchheim kommende Trasse über Creußen in Richtung Neustadt a. Kulm und in der Fortsetzung über Kastl und durch den Hessenreuther Forst nach Erbendorf. [4] Die andere passierende Trasse kommt aus Nordwesten, nach Kröll vermutlich aus dem Raum (Würzburg) - Hallstadt/Bamberg, und läuft über Weidenberg, Immenreuth zum Verkehrsknoten Kulmain.[5]
TK 6136 Kirchenlaibach im digitalen Geländemodell
Die TK Kirchenlaibach wird quer von einer Hügelkette durchzogen, die von Nordwesten nach Südosten führt und die Tallagen um Speichersdorf und Schlammersdorf trennt. Diese Erhebungen zwischen Münchsreuth und Draisenfeld werden über die ganze Länge von zahlreichen Hohlwegen durchquert, die alle von Südwesten nach Nordosten weisen. Weitere Wegespuren finden laut DGM sich im Raum Bieberswöhr/Prebitz/Altenkünsberg am südwestlichen Rand der TK 6136 sowie im nördlichen Bereich im Seybothenreuther Forst in Richtung Fenkenseeser Berg und westlich von Göppmannsbühl. Anschließende Karten: TK Ebnath, TK Kemnath, TK Weidenberg, TK Creußen, TK Erbendorf
Weblinks
- Karte der Hohlwege, Steige und Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 6136: Kirchenlaibach
- Karte der Hohlwege im Bereich der TK 25 Blatt 6136: Kirchenlaibach
- Karte der Steige im Bereich der TK 25 Blatt 6136: Kirchenlaibach
- Karte der Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 6136: Kirchenlaibach
- Visualisierung der Altstraßen aus den Historischen Karten der TK 25 Blatt 6136: Kirchenlaibach
Einzelnachweise
- ↑ Dietrich J. Manske: Der Raum Kemnath, ein mittelalterliche Kreuzungsbereich bedeutender Altfernwege, in: Kemnath: 1000 Jahre … und mehr. Hrsg. von Michael Neubauer… Pressath 2008, S. 112 – 160, hier besonders Kartenabb. Nr. 23, S. 147 sowie Kartenbeilage
- ↑ Joachim Kröll. Die Weinstraße. Ein Beitrag zur oberfränkischen Altstraßenforschung, in: Archiv für die Geschichte von Oberfranken 43 (1963), S. 33 – 75, hier S. 73 f.
- ↑ Dietrich J. Manske: Der Raum Kemnath, ein mittelalterliche Kreuzungsbereich bedeutender Altfernwege, in: Kemnath: 1000 Jahre … und mehr. Hrsg. von Michael Neubauer… Pressath 2008, S. 147, hier besonders Übersichtskarte 1
- ↑ Joachim Kröll: Chronik Creußen. Creußen 1958
- ↑ J. Kröll: Weidenberg: Geschichte des Marktes Weidenberg. Weidenberg 1967