Altstraßen im Bereich der TK 25 6040 Neualbenreuth

Aus OberpfalzWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Geographie und Verkehr

Bad Neualbenreuth ist ein Markt im Osten des Landkreises Tirschenreuth. Bad Neualbenreuth ist ein staatlich anerkanntes Heilbad und grenzt an die Tschechische Republik. Die Ergänzung „Bad“ im Ortsnamen erhielt Neualbenreuth im Jahre 2019, Nachbargemeinden sind Mähring (TK), Tirscheneuth (TK) und Waldsassen (TK).

Geschichte

Im Jahre 1318 wird „Albenreuth“ erstmals urkundlich erwähnt, ab 1360 ergänzt zu „Newen Albernreut“. Zum Nachbarort Altalbenreuth bestanden bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts enge historische Beziehungen. Beide Orte gehörten gemeinsam zur „Fraisch“, die unter der gemeinsamen Gerichtsbarkeit der Stadt Eger und des Stifts Waldsassen stand. Vom 16. Bis zum 19. Jahrhundert wechselte die Gerichtsbarkeit jährlich. Erst mit dem „Wiener Vertrag“ von 1862 endete das gemeinsame Kondominium beider Orte. Altwege um Neualbenreuth nach List Nach List gehören die von Tirschenreuth nach Norden ziehenden Altwegerouten gehören nicht ausdrücklich zu dem von ihm formulierten zum „System“ der „Goldenen Straße“, verbinden aber die nördliche Oberpfalz mit dem Raum um Eger und können als „Zubringer“ für die nördliche Routenvariante nach Prag angesehen werden. Die westlichste dieser Verbindungen verließ Tirschenreuth nach Norden auf der heutigen Straße nach Höfen. Gemeinsam mit dem „Böhmweg“ ging sie durch den Großenseeser Wald, wo noch zahlreiche Spuren erhalten sind. Von Großensees aus führte sie nach Zirkenreuth. Hier überquerte die Altstraße den Kornmühlbach und zog nach Pfaffenreuth. Beim Waldeintritt der TIR 22 ist die Trasse nochmals durch ein Spurenbündel nachzuweisen, bevor sie über die Egermühle Waldsassen erreichte.

Weiterer Verlauf nach Wondreb

Eine weiter, nach List schlüssig nachzuweisende Trasse, verließ Tirschenreuth in Richtung Kleinklenau und führte weiter nach Wondreb. Südwestlich Wondreb führt eine Flur den Namen „An der Straße“. Mit der St 2174 verließ die Altstraße Wondreb, am nördlichen Ortsausgang in einem tiefen Hohlwegsystem. Über die Egerische Kapelle erreichte die Straße das Egerer Waldhäusel, eine Raststation. Nördlich davon findet sich ein tiefer Hohlweg mit weiteren Spuren, die auf eine Nutzung noch in jüngster Zeit schließen lassen. Über Ottengrün bzw. die Platzermühle erreichte die Straße schließlich Neualbenreuth (s. TK!) und zog weiter nach Norden in Richtung Grenze. In der Zollstraße 1 war bis 1900 das Königlich Bayerische Grenzamt untergebracht. Bis zu 19 Hohlwege in einer Tiefe bis zu 4 Metern ziehen in den Ort hinein. Hier hatte die Altstraße Anschluss an die Straße nach Eger bzw. Altwasser. Der südliche Weg von Wondreb nach Högelstein ist nicht sehr ausgeprägt. Eine Wegeverbindung bis zur Altherrgottskapelle und von dort nach Neumugl an der Grenze ist jedoch in der Uraufnahme verzeichnet. Dieser Weg führt im Norden Forstabteilung „Ruhstatt“ vorbei.

Verbindung von Großkonreuth nach Neualbenreuth

Über die Feldflur von Großkonreuth bzw. Poppenreuth führt eine weiter westlich verlaufende Altwegeverbindung nach Neualbenreuth. Sie lässt sich am Südhang des Höllbühls mit mehreren Spuren nachweisen. Direkt nördlich der Altherrgottskapelle, die der Sage nach ein Reisender, der sich verirrt hatte, im Jahre 1676 errichten ließ, zog die Altstraße den Hang hinunter in Richtung Muglmühle. Steinkreuze am Ortseingang von Ernestgrün liefern Hinweise über den Verlauf durch den Ort. Eine noch weiter östlich verlaufende Trasse führt von Poppenreuth über den Bühl nach Nordosten. Sie zog allerdings mit ihrem nördlichen Ast östlich an Eger vorbei. Von Poppenreuth auf den Bühl hinauf und im weiteren Verlauf in Richtung der wüst gefallenen Siedlung Högelstein mit seiner Nikolauskirche ist die Trasse in zahlreichen Spuren nachzuvollziehen. An dem früher bedeutenden Bergbauort, der 1150 an das Kloster Reichenbach am Regen geschenkt wurde, trafen einst mehrere Altstraßen zusammen. Allerdings lassen sich auf tschechischer Seite keine Geländespuren finden, so dass es sich nach List nicht um einen Fahrweg, sondern eher um eine von Fahrzeugen nur wenig befahrene Trasse handeln muss.[1]

Die TK 6040 im digitalen Geländemodell

Die Altwegekarte ist im Gemeindegebiet von Bad Neualbenreuth ist von einem außerordentlich dichten Netz von Hohlwegen durchzogen, das sich südlich des Ortsteils Ernestgrün noch weiter verdichtet, ebenso wie ein dichtes Geflecht von Altwegetrassen um Altmugl in Richtung Grenze das Gelände durchzieht. Die Überlagerung zweier Altstraßensysteme von Ost nach West als auch von Südwest nach Nordost sowie die Existenz mehrerer Grenzübergänge ist für diesen dichten Befund verantwortlich.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Ulrich List: Untersuchungen zum Transportwesen des Systems der „Goldenen Straße“ zwischen dem mittelfränkischen und dem böhmischen Becken, seine ökonomische Entwicklung und Bedeutung, in: Regensburger Beiträge zur Regionalgeographie und Raumplanung Bd. 11,1 (2006), S. 116 – 124; S. 128 – 129; S. 145 - 147; Bd. 11,2: Karte 3 bzw. Karte Nr. 5