Altstraßen im Bereich der TK 25 5939 Waldsassen
Geographie und Verkehrslage
Waldsassen ist die nördlichste Stadt der Oberpfalz und das kulturelle Zentrum des „Stiftlandes“. Die Stadt liegt zwischen Kohlwald und Oberpfälzer Wald im Tal der Wondreb. Eger ist etwa 10 km entfernt und über den Grenzübergang Hundsbach-Heiligenkreuz zu erreichen. Benachbarte Gemeinden sind u.a. Mitterteich (TK 6039) und Neualbenreuth (TK 6040). Durch Waldsassen verläuft die Bundestraße B 299. Der Bau der Bahnstrecke Wiesau – Eger im Jahre 1865 brachte der Stadt wirtschaftlichen Aufschwung, der im Jahre 1896 auch zur Stadterhebung führte. Im nördlichen Verlauf der TK Waldsassen passiert die B 303 das Kartengebiet. Sie führt zum Grenzübergang Schirnding.
Geschichte
Die Anfänge von Waldsassen gehen zurück auf das Jahr 1133, als Markgraf Diepold III. von Vohburg-Cham Mönche aus Volkenroda in Thüringen holte, um das Kloster Waldsassen zu gründen. Vorläufersiedlung war offenbar eine bereits bestehende Eremiten-Kommunität. Waldsassen entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten zu einem der bedeutendsten Zisterzienserklöstern Bayerns. Ab 1214 Reichsabtei kam das Kloster in Spätmittelalter unter pfälzische Herrschaft, nachdem es 1465 Pfalzgraf Otto II. von Pfalz-Mosbach-Neumarkt zum Vogt gewählt hatte. Im Jahre 1571 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgehoben und kam 1621 im „Münchner Vertrag“ an die bayerische Linie der Wittelsbacher. Lang blieb das Kloster die einzige Ansiedlung. Erst im 17. Jahrhundert entstanden außerhalb des Klosters erste Häuserzeilen mit zugewanderten kalvinischen Tuchmacherfamilien. Mit der Rekatholisierung der Oberpfalz kamen 1661 erneut Zisterzienser aus dem Kloster Fürstenfeld nach Waldsassen, das 1690 zur Abtei erhoben wurde. Im Zuge der Säkularisation wurde 1803 das Kloster erneut aufgehoben. Die Gebietsreform von 1972 erweiterte das Stadtgebiet beträchtlich.
Altwege um Waldsassen nach Manske und List
Manske vermutet in seiner Kartenbeilage eine Altwegeverbindung von Mitterteich nach Waldsassen und bezieht sich dabei auf die Forschungen von Busl/Steinberger. [1] List kann außerdem eine Wegeverbindung von Tirschenreuth her belegen, die über Großensees lief, östlich Zirkendorf mit 17 bzw. 13 Spuren im Gelände zu belegen ist und über Pfaffenreuth nach Waldsassen führte. Eine Fortsetzung in Richtung Norden ist zwischen Waldsassen und Münchenreuth ebenfalls mit Mehrfachspuren im Gelände zu belegen. Ziel der Trasse könnten Arzberg oder Schirnding gewesen sein. [2]
Altwege um Waldsassen im digitalen Geländemodell
Die TK 5939 weist im Bereich Konnersreuth – Waldsassen so gut wie keine Hohlwege aus. Nordöstlich Arzberg finden sich in Richtung Eger/Schirnding ein ganzes Trassenbündel, das in ihrer ganzen Breite in Richtung Nordosten weist. s. Karten TK 6040 Neualbenreuth und TK 6039 Mitterteich
Weblinks
- Karte der Hohlwege, Steige und Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 5939: Waldsassen
- Karte der Hohlwege im Bereich der TK 25 Blatt 5939: Waldsassen
- Karte der Steige im Bereich der TK 25 Blatt 5939: Waldsassen
- Karte der Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 5939: Waldsassen
- Visualisierung der Altstraßen aus den Historischen Karten der TK 25 Blatt 5939: Waldsassen
Einzelnachweise
- ↑ Dietrich J. Manske: Der Raum Kemnath, ein mittelalterliche Kreuzungsbereich bedeutender Altfernwege, in: Kemnath: 1000 Jahre … und mehr. Hrsg. von Michael Neubauer… Pressath 2008, S. 112 – 160, hier besonders Karte Abb. Nr. 13, S. 131 sowie Übersichtskarte
- ↑ Ulrich List: Untersuchungen zum Transportwesen des Systems der „Goldenen Straße“ zwischen dem mittelfränkischen und dem böhmischen Becken, seine ökonomische Entwicklung und Bedeutung, in: Regensburger Beiträge zur Regionalgeographie und Raumplanung Bd. 11,1 (2006), Bd. 11,2: Karte Nr. 5