Albert Brosch

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Albert Brosch
Geburtsdatum:23. Januar 1886
Sterbedatum:22. Mai 1970
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Albert Brosch (* 23. Januar 1886 in Oberplan; † 22. Mai 1970 in Bad Windsheim) war Volksliedersammler und Uhrmacher in Eger. 1956 wurde er mit dem Nordgaupreis der Stadt Amberg für Heimatpflege ausgezeichnet.

Leben und Wirken

Albert Brosch beschäftigte sich bereits im Jugendalter mit der Volksmusik und der Sammlung von Volksliedern, sodass er mit 18 Jahren seine erste Böhmerwald-Liedersammlung an Professor Hauffen der Universität Prag schickte. Hauptberuflich ließ sich Brosch jedoch zum Uhrmacher ausbilden und eröffnete 1919 in Eger eine eigene Werkstatt.[1] Im gleichen Jahr heiratete er Maria Magdalena Klier.[2] In seiner Freizeit widmete er sich aber weiterhin der Volksliedforschung, jetzt mit dem Schwerpunkt auf der Egerländer Tradition. Seine Sammlungen sendete er an die deutschen Volksliedarchive in Prag und Freiburg, bis er 1940 damit begann, die rund 2100 Lieder der Umsiedler aus Osteuropa aufzuschreiben. 1945 musste Brosch aufgrund der Vertreibung der Deutschen Eger verlassen und ließ sich in Bad Windsheim nieder, wo er sich der Fränkischen Volksliedforschung annahm. Ab 1951 arbeitete er außerdem intensiv an seinen bisherigen Sammelbeständen und stellte den Liederschatz des Egerlandes in vier Bänden zusammen, den er dem Bund der Eghalanda Gmoin schenkte.

Broschs Hauptwerk im Bereich der Volksliedsammlung stellt der Liederschatz des Egerlandes dar, der vier Bände und ca. 2200 Egerländer Volkslieder sowie 1800 Vierzeiler umfasst. Die Lieder sind unterteilt in verschiedene Bereiche wie Liebes-, Brauchtums-, Kirchen- oder Soldatenliteratur. Der vierte Band der Sammlung enthält zudem Kinderreime, Litaneien und volkskundliche Beiträge. Die Sammlungen aus seiner Jugend im Böhmerwalds und aus der Zeit ab 1945 in Franken sind ebenfalls äußerst umfangreich mit 341 Liedern aus dem Böhmerwald und ca. 1200 Liedern und Vierzeilern aus Franken.

Für seine langjährigen Arbeit und Forschung im Bereich der Volksmusik wurde Brosch mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, darunter dem Bundesverdienstkreuz, der Bürgermedaille der Stadt Windsheim und dem Nordgaupreis für Heimatpflege.

weiterführende Literatur

  • Heil, Seff: Brosch, Albert. In: Ostdeutsche Biographie.[1]
  • Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender (Hrsg.): Albert Brosch. Der Liederschatz des Egerlandes. 4 Bände, Sulzbach-Rosenberg 1986, ISBN 3-925362-42-8.
  • Horst Steinmetz, Franz Richl (Hrsg.): Die fränkischen Lieder aus der Sammlung des Albert Brosch (= Veröffentlichungsreihe der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik der Bezirke Mittel-, Ober- und Unterfranken 30, ZDB-ID 2289612-0). Forschungsstelle für fränkische Volksmusik der Bezirke Mittel-, Ober- und Unterfranken, Walkershofen 1984.
  • Claudia Behn: Albert Broschs "Liederschatz des Egerlandes" – Funktion sowie musikalische und textliche Gestalt der Volkslieder. Halle (Saale) 2015.
  • Claudia Behn: Der Liedersammler Albert Brosch – Leben und Werk (Dissertation), Halle (Saale) 2018.
  • Bezirk Oberbayern: Auf den Spuren des Volksliedsammlers Albert Brosch (1886–1970). Materialien und Hinweise zum Verständnis eines außergewöhnlichen Lebenswerkes. München 1998.[2]

Weblinks

Liedersammlung Albert Brosch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 OKB Personen Datenbank, abgerufen am 31. März 2026
  2. 2,0 2,1 Wikipedia: Albert Brosch, abgerufen am 31. März 2026